In der Straße von Hormus hat sich heute eine gefährliche Eskalation ereignet. Das Containerschiff “GFS PRIDE”, registriert in Singapur, wurde von unbekannten Geschossen getroffen, fing Feuer und sank. Die Hafenbehörde Singapurs bestätigte den Vorfall und meldete, dass alle 21 Besatzungsmitglieder rechtzeitig evakuiert werden konnten. Verletzte gibt es keine. Das Schiff war auf dem Weg zum Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Zwei Schiffe angegriffen, eines gesunken

Gleichzeitig wurde die “GFS GISELLE” attackiert. Das Schwesterschaft erlitt Schäden am Rumpf, konnte aber aus eigener Kraft einen sicheren Hafen erreichen. Auch hier blieben alle 22 Besatzungsmitglieder unverletzt. Die Singapurer Behörde sprach von unprovozierten Angriffen, die gegen internationales Recht verstoßen. Eine klare Verurteilung, aber keine Überraschung angesichts der Lage vor Ort.

Der Iran sieht das naturgemäß anders. Die staatsnahe Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtete, der Frachter sei auf eine Seemine gefahren. Nach iranischen Angaben waren 2.500 Container an Bord geladen. Wer nun Recht hat, ist offen. Klar ist: Ein Schiff liegt auf dem Meeresgrund.

Straße von Hormus als Pulverfass

Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus zuletzt deutlich intensiviert. Bevorzugtes Ziel sind Tankschiffe und Frachter auf der südlichen Route nahe der omanischen Küste. Die US-Marine begleitet dort seit mehreren Monaten zivile Handelsschiffe, um den Öl- und Flüssiggashandel aufrechtzuerhalten. Der Iran bezeichnet diese Route als illegal und verlangt, dass Schiffe entlang der iranischen Küste fahren.

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Seit Beginn des Krieges Ende Februar blockiert der Iran den Verkehr durch die Meerenge weitgehend mit Drohungen und direkten Angriffen. Auch das US-Militär hat wiederholt iranische Zivilschiffe attackiert. An ihrer engsten Stelle ist die Straße von Hormus gerade einmal 35 bis 40 Kilometer breit, und genau dort tobt ein Nervenkrieg, der die gesamte globale Rohstofflogistik unter Druck setzt.

Was das für die Börse bedeutet

Meiner Meinung nach sollte man die Auswirkungen auf Energie- und Schifffahrtswerte nicht unterschätzen. Die Straße von Hormus ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt, durch die ein erheblicher Anteil des globalen Öl- und LNG-Handels fließt. Eskaliert die Lage weiter, dürften Ölpreise anziehen, was Energieaktien kurzfristig beflügeln könnte. Reedereien und Schifffahrtsunternehmen hingegen müssten mit höheren Versicherungskosten und Umwegstrecken kalkulieren, was die Margen belasten würde. Charttechnisch gesehen könnten Rohstoffwerte wie Energietitel in einem solchen Szenario kurzfristig profitieren, während die Gesamtstimmung am Markt durch geopolitische Unsicherheit belastet bliebe. Ich fürchte, dass sich dieser Konflikt noch zuspitzen könnte, bevor eine diplomatische Lösung in Sicht käme.

Quelle: dpa-AFX