Der Goldmarkt hat heute einen harten Schlag kassiert. Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank sackte der Preis für eine Feinunze Gold um bis zu 1,3 Prozent auf 4.235 US$ ab, den tiefsten Stand seit Anfang August. Zuletzt pendelte sich der Kurs bei rund 4.260 US$ ein, lag damit aber immer noch deutlich unter dem Niveau vom Vortag. Damit ist die Erholungsphase, die den Goldpreis nach dem Jahrestief von Ende Juni bei rund 3.940 US$ wieder nach oben getrieben hatte, vorerst beendet.

Von knapp 5.600 US$ auf Jahrestief

Ende Januar hatte Gold sein Rekordhoch von knapp 5.600 US$ erreicht, nach einer Rally, in der sich der Kurs in etwas mehr als zwei Jahren in etwa verdreifacht hatte. Kriege, Handelskonflikte, sinkende Zinsen, hohe Staatsschulden und massive Zentralbankkäufe hatten diesen beispiellosen Anstieg angetrieben. Ende August erholte sich der Kurs noch einmal auf knapp 4.700 US$, bevor steigende Zinsen den Aufwärtstrend wieder abwürgten. Seit dem Rekordhoch hat Gold damit rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt, und der Goldpreis ist im bisherigen Jahresverlauf nun leicht ins Minus gerutscht.

Fed erhöht Leitzins auf 3,75 bis 4,00 Prozent

Heute Abend erhöhte die Federal Reserve den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Es ist die erste Zinserhöhung seit Sommer 2023, und sie kam für die Märkte nicht wirklich überraschend. Brisanter ist der Ausblick. 16 der 18 befragten Fed-Mitglieder erwarten mindestens eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte, vier von ihnen können sich sogar eine noch schärfere Straffung vorstellen. Für 2027 rechnen 14 Mitglieder mit einem Leitzins von 4,00 bis 4,25 Prozent, eine knappe Mehrheit sogar mit 4,25 bis 4,50 Prozent. Das ist kein Umfeld, das Gold Rückenwind gibt.

Was das für Gold-Anleger bedeutet

Höhere Zinsen machen Gold strukturell weniger attraktiv, weil das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Steigen die Zinsen, werden festverzinsliche Alternativen schlicht interessanter. Das ist keine neue Erkenntnis, aber der heutige Kurseinbruch zeigt, wie empfindlich Gold auf dieses Signal reagiert. Meiner Meinung nach dürfte der Abwärtsdruck auf Gold so lange anhalten, wie die Fed an ihrem restriktiven Kurs festhält. Solange weitere Zinserhöhungen auf dem Tisch liegen, fehlt dem Goldpreis ein entscheidender Katalysator für eine nachhaltige Erholung. Das charttechnische Bild hätte sich durch den heutigen Rücksetzer deutlich eingetrübt, und das Jahrestief bei rund 3.940 US$ rückte wieder in den Fokus. Gold-Aktien und ETFs auf den Goldpreis stünden damit weiter unter Druck.

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Quelle: dpa-AFX