Asiens Börsen haben sich heute bemerkenswert stabil gehalten. Trotz weiter gestiegener Ölpreise notierten die wichtigsten Indizes der Region leicht im Plus, wobei die Gewinne aber überschaubar blieben. Wer auf eine eindeutige Trendaussage gehofft hatte, wurde von den Märkten heute enttäuscht.

KI-Aktien im Fokus

Leichte Aufschläge gab es vor allem in den Bereichen Halbleiter und Künstliche Intelligenz. Den Ton gaben dabei die US-Vorgaben von Alphabet vor. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank brachte es auf den Punkt: Die Alphabet-Quartalszahlen lieferten eine bittersüße Pille für Anleger. Die KI-Rechenzentrum-Investitionen wachsen weiter, und damit wachsen auch die Sorgen, ob diese Milliardensummen jemals eine vernünftige Rendite abwerfen. Meiner Meinung nach ist genau das der Knackpunkt, der den KI-Sektor noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets dämpfte denn auch die Euphorie und wies darauf hin, dass das Geschäft in Asien insgesamt ruhig und zurückhaltend verlief. Die leichten Gewinne dürfen also nicht überinterpretiert werden.

Kospi mit dem stärksten Plus

Der südkoreanische Leitindex Kospi legte mit einem Plus von 4,4 Prozent am deutlichsten zu. Bemerkenswert ist das, weil selbst schwächer als erwartete Zahlen von Hyundai dem Index nichts anhaben konnten. Der japanische Nikkei 225 erholte sich ebenfalls von seinen Vortagesverlusten und stieg um 0,5 Prozent auf 66.422,6 Punkte. Kein Kursfeuerwerk, aber ein stabiles Zeichen.

Hongkong erholt, China tritt auf der Stelle

Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong erholte sich von den Vortagesabgaben und gewann 1,2 Prozent. Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen entzog sich dagegen der allgemeinen Erholung und veränderte sich kaum. Das ist für chinesische Festlandbörsen kein ungewohntes Bild. Australien schloss sich dem positiven Tenor an, wenn auch verhalten. Der S&P ASX 200 stieg um 0,18 Prozent auf 8.839,00 Punkte. Gebremst wurde der Markt durch die Arbeitsmarktdaten für Juni, die laut Marktstrategen der Deutschen Bank die Erwartungen an eine Zinserhöhung im laufenden Jahr verstärkt haben.

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Was bedeutet das für Aktien und Börse

Das heutige Bild aus Asien dürfte für den weiteren Verlauf an den Weltbörsen wenig richtungsweisend sein. Der KI-Sektor bleibt das beherrschende Thema, und die Alphabet-Zahlen zeigen, dass die Investoren zunehmend kritischer auf die tatsächliche Rendite der enormen KI-Ausgaben schauen. Aktien aus dem Halbleiter- und KI-Bereich könnten weiter unter Druck geraten, sollte sich die Frage nach der Investitionsrendite nicht bald überzeugend beantworten lassen. Die stabilen Arbeitsmarktdaten aus Australien wiederum dürften den dortigen Zinsausblick etwas eintrüben und damit Druck auf zinssensitive Sektoren ausüben. Alles in allem sendet Asien heute kein klares Signal, weder für Bullen noch für Bären.

Quelle: dpa-AFX

Redaktion
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