Die Glencore-Aktie hat heute einen starken Satz nach oben gemacht. Ein Plus von 3,4 Prozent auf 523,70 Pence in London ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Zahlen, die sich wirklich sehen lassen können. Das Jahresplus liegt damit bei knapp 30 Prozent.
Handelsgeschäft auf Rekordkurs
Das Handelssegment war der eigentliche Treiber hinter dem Kurssprung. Im ersten Halbjahr erzielte Glencore dort einen operativen Gewinn von rund 3,3 Mrd. US$, und das Management sieht das Unternehmen auf Kurs für ein Rekordjahr. Wer tiefer schaut, versteht warum: Der Iran-Konflikt hat die Energiepreise angeheizt, und Rohstoffhändler wie Glencore gehörten zu den klaren Nutznießern dieser Entwicklung. Meiner Meinung nach ist genau das der Kern der Geschichte. Das Handelsgeschäft ist keine Randnotiz, es ist der Motor.
Gemischtes Bild bei der Förderung
Nicht alles lief rund. Jefferies-Analyst Christopher LaFemina wies darauf hin, dass die Förderzahlen bei Kupfer und Kokskohle im ersten Halbjahr etwas unter dem durchschnittlichen Analystenkonsens lagen. Bei Zink und Kraftwerkskohle hingegen übertrafen die Zahlen die Erwartungen. Unterm Strich bleibt das Fördergeschäft also ein gemischtes Bild. Ich glaube aber, dass der Markt das richtig einordnet. Das Handelsgeschäft kompensiert solche Schwächen mehr als genug.
LaFemina selbst betonte, dass das Handelsgeschäft besonders hervorzuheben sei, und erwartet für die zweite Jahreshälfte eine sehr starke Entwicklung. Sein Votum lautet weiterhin „Buy”.
Was bedeutet das für die Aktie
Meiner Überzeugung nach ist das heutige Kursplus mehr als eine kurzfristige Reaktion auf gute Zahlen. Wenn das Handelsgeschäft tatsächlich auf ein Rekordjahr zusteuert und ein erfahrener Analyst wie LaFemina für das zweite Halbjahr weiteres Wachstum erwartet, dann hätte die Glencore-Aktie durchaus noch Luft nach oben. Die fast 30 Prozent Jahresperformance klingen auf den ersten Blick schon ambitioniert, könnten aber durch fundamentale Rückendeckung gerechtfertigt sein, sofern die Energiepreise das aktuelle Niveau halten und das Handelsgeschäft seine Stärke beibehält. Das charttechnische Momentum ist jedenfalls klar nach oben gerichtet.
Quelle: dpa-AFX























