Im September verlor Gold 6,3 % an Wert. Viele Anleger haben deshalb wohl weggeschaut. Das war ein Fehler. Denn im gleichen Quartal legte der NYSE Arca Gold Miners Index inklusive Dividenden um 17,4 % zu. Der S&P 500 kam gerade mal auf 2,3 %. Goldminen haben damit praktisch alle großen Sektoren in den USA geschlagen. Und das bei einem Goldpreis, der zwischendurch deutlich unter Druck stand.

Hohe Realzinsen bremsen Gold nicht mehr wie früher

Der September war hart für Gold. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterten über 5 %. Die Realrendite erreichte 2,93 %, so hoch wie seit 2008 nicht mehr. Der Dollar legte um über 2 % zu. Nach klassischer Lehrbuchmeinung hätte Gold deutlich stärker fallen müssen. Doch genau diese alte Regel funktioniert längst nicht mehr so klar. Zwischen 2005 und 2007 lagen die Realzinsen ebenfalls bei 2 bis 3 %. Trotzdem verdoppelte sich der Goldpreis in dieser Zeit nahezu.

Entscheidend ist weniger die absolute Zinsebene. Viel wichtiger ist heute die Frage, wer Gold kauft und aus welchen Gründen. Die Situation heute unterscheidet sich fundamental von 2013. Damals warfen westliche Anleger Gold in Panik aus den Depots. Heute kaufen vor allem Zentralbanken und asiatische Investoren kontinuierlich weiter. Chinas Notenbank etwa erwarb im August über 20 Tonnen. Das war bereits der 22. Monat in Folge mit Käufen. In den ersten acht Monaten importierte China zudem rekordhohe 1.141 Tonnen Gold.

Anzeige
sharedeals Plus

Zentralbanken kaufen Gold als unabhängiges Reserveasset

China steht nicht allein da. Polens Zentralbank stockte im August um weitere 8 Tonnen auf und kommt seit Jahresbeginn bereits auf 98 Tonnen. Auch Usbekistan und Kasachstan erhöhen ihre Goldbestände massiv. Dahinter steckt keine reine Spekulation auf höhere Preise. Vielmehr wollen diese Länder ein Reserveasset halten, das keine fremde Regierung einfrieren oder kontrollieren kann. In Zeiten wachsender Unsicherheit über Staatsschulden, Papiergeldstabilität und das internationale Rechtssystem gilt Gold als verlässlicher Vermögenswert.

Auch private Anleger zeigen weiterhin Vertrauen. Während Gold von rund 4.650 auf zeitweise 4.157 US$ je Unze fiel, stiegen die Bestände in Gold-ETFs weiter. Physisch besicherte US-Gold-ETFs verzeichneten im September Zuflüsse von 3,8 Milliarden US$, nach 7,9 Milliarden im August. Anleger kauften den Rückgang also nach, statt Gold abzustoßen.

Fazit: Goldminen mit ihrem Hebel sollten aktuell im Anleger-Fokus stehen

Besonders interessant bleibt deshalb der Goldminensektor. Über fünf Jahre legte der NYSE Arca Gold Miners Index rund 240 % zu, während Gold selbst etwa 137 % gewann. Gleichzeitig machen Goldminen nur rund 2 % der globalen Aktienmärkte aus, so wenig wie seit 55 Jahren nicht mehr. Die Branche ist damit trotz stark gestiegener Cashflows weiterhin erstaunlich wenig im Fokus. Zudem sind viele Produzenten weiterhin enorm attraktiv bewertet. Steigt der Goldpreis weiter, können steigende Margen und freie Cashflows einen zusätzlichen Hebel für die Aktien erzeugen.

Im Rohstoff Anleger Club wissen wir diese Chancen zu nutzen, haben zwischenzeitlich hohe Gewinne mitgenommen und bereiten uns auf die nächste Phase vor, mit Top-Goldaktien-Empfehlungen.

Ihr Informationsvorsprung für erfolgreiche Investitionen

Sichern Sie sich kostenlos fundierte Marktanalysen und Experten-Einschätzungen zu Edelmetallen und Rohstoffen mit unserem kostenlosen Newsletter.

Miriam Kraus
Die selbstständige Finanzanalystin Miriam Kraus hat sich in den vergangenen 15 Jahren in der Branche einen Namen gemacht. Auftraggeber wie Banken und Investmentgesellschaften sind immer wieder beeindruckt von ihren akribisch recherchierten Berichten. Dabei hat sie sich weitreichende Börsenkenntnisse angeeignet, insbesondere in ihren Spezialgebieten Osteuropa-Aktien, Emerging Markets, Devisen- und Rohstoffmärkte.