Irgendwie habe ich das Gefühl, viele Anleger sitzen gerade auf ihren Händen. Nach der krassen Augustrallye bei Gold und Silber ist es merkwürdig ruhig geworden. Die Edelmetalle korrigieren seit Wochen. Dazu kommt der stärkere US-Dollar, steigende Renditen bei den langfristigen US-Staatsanleihen. Und schon macht sich Verunsicherung breit.

Beim Öl hatten wir genau das gleiche Szenario. Vor einem Monat habe ich auf die heimlichen Käufe beim Smart Money hingewiesen. Wer damals zugeschlagen hat, freut sich jetzt über satte Gewinne. Bei Gold läuft es gerade ähnlich. Im Januar sagten sich alle noch, wenn die Minenaktien nochmal ordentlich zurückkommen, dann schlage ich zu. Jetzt haben wir genau diese Korrektur. Aber was passiert? Nichts. Die meisten schauen zu und warten.

Kurzfristig Gegenwind, langfristig brillant

Klar, kurzfristig weht den Edelmetallen der Wind ins Gesicht. Steigender US-Dollar, höhere Zinsen, möglicherweise weitere Zinsschritte der Fed. Das drückt erst mal auf die Stimmung. Gold hat seit August rund 8 Prozent verloren, Silber noch mehr. Die Minenaktien haben teilweise 15 bis 20 Prozent abgegeben.

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Aber genau hier liegt die Chance. Mittel bis langfristig sieht die Sache komplett anders aus. Die steigenden Renditen bei den langfristigen US-Anleihen werden die Fed zu Interventionen zwingen. Yield Curve Control nennt sich das. Aus Japan kennen wir das bereits. Die Notenbank wird massiv am Anleihemarkt eingreifen müssen, um die Zinsen nach unten zu drücken. Das bedeutet mehr Gelddrucken. Viel mehr.

Die Fed sitzt in der Falle

Die Rechnung ist eigentlich simpel. Wenn die Fed die langfristigen Zinsen künstlich niedrig halten muss, entwertet sie gleichzeitig den US-Dollar. Was gut für Gold ist. Richtig gut sogar. Die Goldproduzenten verdienen sich dann trotz steigender Kosten eine goldene Nase. Gleichzeitig wird die Fed nicht darum herumkommen, die Zinsen mittelfristig wieder zu senken. Die US-Wirtschaft braucht das billige Geld. Sonst bricht das Kartenhaus zusammen.

Die fundamentale Situation bei Gold und Silber ist heute besser als im Januar. Trotzdem stehen viele Anleger wieder nur daneben und schauen zu. Das Gleiche Phänomen wie vor der Ölrallye. Erst ärgert man sich, dass man die Chance verpasst hat. Dann bekommt man sie nochmal serviert. Und wieder passiert nichts.

Letzte Kaufchance dieser Qualität

Nach sechs Monaten Korrektur dreht der Markt jetzt. Die Augustrallye war nur der Vorgeschmack. Wer jetzt nicht zugreift, wird sich Ende des Jahres in den Hintern beißen. Die Kombination aus sinkenden Kursen und verbesserter fundamentaler Lage gibt es nicht oft. Gerade bei den Minenaktien sehe ich enorme Nachholpotenziale.

Das Smart Money positioniert sich bereits. Institutionelle Investoren nutzen die Schwäche zum Aufbau von Positionen. Die breite Masse wartet noch. Das ist typisch. Aber genau deshalb funktionieren Märkte so, wie sie funktionieren. Die Frühen gewinnen, die Späten zahlen drauf.

Fazit

Dies dürfte in meinen Augen die letzte großartige Kaufchance für Gold, Silber und die Minenaktien sein. Die kurzfristige Schwäche ist ein Geschenk für weitsichtige Anleger. Wer jetzt kauft, positioniert sich vor der nächsten großen Welle. Die Fed wird drucken müssen, der US-Dollar wird weiter entwertet, und Gold wird davon massiv profitieren. Diese Kombination aus niedrigen Kursen und starken Fundamentaldaten sehen wir nicht alle paar Monate.

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Miriam Kraus
Die selbstständige Finanzanalystin Miriam Kraus hat sich in den vergangenen 15 Jahren in der Branche einen Namen gemacht. Auftraggeber wie Banken und Investmentgesellschaften sind immer wieder beeindruckt von ihren akribisch recherchierten Berichten. Dabei hat sie sich weitreichende Börsenkenntnisse angeeignet, insbesondere in ihren Spezialgebieten Osteuropa-Aktien, Emerging Markets, Devisen- und Rohstoffmärkte.