Die Rüstungsindustrie steht vor einem massiven Problem. Drei Jahrzehnte lang haben westliche Staaten ihre Verteidigungskapazitäten zurückgefahren. Fabriken wurden geschlossen, Produktionsketten abgebaut, Know-how ging verloren. Parallel dazu wanderte die industrielle Fertigung nach Asien ab. China übernahm die Führung bei vielen kritischen Rohstoffen.
Jetzt kommt die Rechnung. Die USA verfügen zwar über hochmoderne Waffensysteme, können diese aber nicht schnell genug produzieren. Das hatte ich bereits zu Beginn des Krieges gegen den Iran angemerkt. Was viele unterschätzen: Moderne Kriegsführung verschlingt enorme Mengen an Materialien.
Warum Rohstoffproduzenten jetzt profitieren
Kampfflugzeuge, Schiffe, Drohnen und Raketen bestehen aus Tonnen von Stahl, Kupfer, Silber und Aluminium. Dazu kommen strategische Metalle wie Wolfram, Antimon, Gallium und Seltene Erden. Die westliche Aufrüstung lässt sich ohne diese Materialien schlicht nicht realisieren.
Der große Gewinner wird der Rohstoffsektor sein. Produzenten liefern die Grundstoffe, ohne die keine einzige Waffe gebaut werden kann. Die Dimension dieses Wandels überrascht viele Anleger noch immer. Dabei reden wir von der Umkehr einer dreißigjährigen Entwicklung.
2,9 Billionen US$ treiben die Nachfrage
Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2024 real um 9,7 % gestiegen. 2025 erreichen sie etwa 2,9 Billionen US$. Europa steht im Zentrum dieser Entwicklung. Beim NATO-Gipfel in Den Haag einigten sich 31 von 32 Mitgliedern auf ein Ausgabenziel von 5 % des BIP bis 2035. Das ist mehr als eine Verdopplung.
Die USA fahren ihre Verteidigungsausgaben ebenfalls massiv hoch. Für 2027 stehen Planungen von rund 1,5 Billionen US$ im Raum. Diese Aufrüstung wirkt wie ein direktes Rohstoffprogramm. Mehr Munition, Drohnen und Kampfjets bedeuten automatisch mehr Bedarf an Kupfer, Aluminium und Spezialstahl.
Das Angebot reagiert langsam
Hier liegt das Problem: Das Rohstoffangebot kann nicht einfach hochgefahren werden. Neue Minen benötigen oft ein Jahrzehnt bis zur Produktion. Aluminiumhütten erfordern Milliardeninvestitionen und langfristig gesicherten Strom. Bei strategischen Metallen kontrolliert China einen Großteil der weltweiten Produktion.
Ein klassischer Engpassmarkt entsteht. Die Nachfrage wächst politisch gewollt und schnell. Das Angebot bleibt langsam, kapitalintensiv und geografisch konzentriert. Solche Konstellationen führen in der Regel zu deutlichen Preissteigerungen. Stahl, Kupfer, Silber und Aluminium werden zu den Profiteuren dieses Zyklus.
Warum am Ende auch Gold zu den großen Gewinnern zählt
Es geht um Sicherheit. Ein teurerer Rohstoff aus den USA, Kanada oder Australien kann strategisch wertvoller sein als ein billiger aus einer problematischen Lieferkette. Das ist strategische Industriepolitik. Diese erzeugt allerdings strukturellen Inflationsdruck. Keine Notenbank kann das einfach mit der Zinsschraube bekämpfen, ohne eine Rezession auszulösen.
Das bringt mich zu Gold. In Zeiten des Chaos bietet das Edelmetall Sicherheit. Die Zentralbanken wissen das und haben die letzte Konsolidierung stark zum Kauf genutzt. Wir im RAC übrigens auch. Beginnt sich schon auszuzahlen.
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