Edelmetalle erleben in diesem Monat eine bemerkenswerte Rallye: Gold und Silber haben neue Allzeithöchststände erreicht, angetrieben durch Unsicherheiten rund um die US-Notenbank Fed und die anhaltende Suche nach sicheren Häfen. Spot-Gold kletterte bis zu 2,6 Prozent auf 4.625,34 Dollar pro Unze, während Silber sogar um 7,2 Prozent zulegte und bei einem Rekord von 85,73 Dollar pro Unze notierte.

Der Fed-Faktor als Treiber

Die Trump-Administration verstärkt den Druck auf die Fed erheblich: Mit Drohungen gegen Chair Jerome Powell und einer Strafanzeige durch das Justizministerium wird die Unabhängigkeit der Notenbank in Frage gestellt. Diese politischen Eingriffe könnten die Inflationsbekämpfung schwächen und damit den Dollar sowie Staatsanleihen belasten – Gold dagegen gewinnt als Wertspeicher an Attraktivität. Experten wie Julius Baers Carsten Menke sprechen von erhöhter Einflussnahme auf die Fed als „bullisches Joker für Edelmetalle in 2026″.

Die Vorjahresperformance unterstreicht diesen Trend: Gold legte 2025 um 65 Prozent zu, Silber sogar um 140 Prozent – die besten Jahresleistungen seit Jahrzehnten.

Silber profitiert von Angebotsengpässen

Neben den Fed-Themen spielt auch das fundamentale Angebot eine wichtige Rolle. Silber leidet unter einem anhaltenden Angebotsdefizit: Lagerbestände schrumpfen durch Zollängste und steigende industrielle Nachfrage. Analysten wie BMI (Fitch Solutions) erwarten das Defizit auch für das gesamte Jahr 2026 fortzubestehen. Besonders in China heizt ein spekulativer Rausch die Preise an – Fonds müssen neue Investoren bereits abweisen.

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Chancen für Investoren

Makro-Strategen wie Nour Al Al von Julius Baer sehen beachtliches Aufwärtspotenzial: Sie prognostizieren einen schnellen Anstieg auf 5.000 Dollar bei Gold. Ähnlich signalisiert HSBC einen Goldpreis von 5.000 Dollar bereits im ersten Halbjahr 2026.

Trotz dieser optimistischen Szenarien sollten Investoren Gewinne nicht überhastet realisieren. Die langfristige Perspektive bleibt bullisch, solange geopolitische Spannungen anhalten und die Defizite in der Angebotsseite bestehen bleiben. Die aktuelle Marktdynamik bietet eine seltene Gelegenheit für antizyklische Positionen in Edelmetallen und verwandten Aktien.

Redaktion
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