China hat seine Kontrolle über den Markt für Seltene Erden weiter verschärft: Ein neues Quotensystem betrifft ab sofort nicht nur heimisch abgebaute Rohstoffe, sondern auch importierte Materialien, die zur Weiterverarbeitung nach China gebracht werden. Unternehmen müssen nun monatlich den Zu- und Abfluss dieser strategisch wichtigen Rohstoffe – einschließlich der Importe – über eine zentrale Regierungsplattform melden.

Chinas Marktdominanz und die Bedeutung Seltener Erden

China hat sich längst als dominierender Akteur im Bereich Seltener Erden etabliert. Rund 60 Prozent der weltweiten Förderung und sogar etwa 85 Prozent der globalen Verarbeitung finden in China statt. Gerade bei schweren Seltenerden wie Dysprosium und Terbium kontrolliert das Land so gut wie das gesamte Raffinagegeschäft. Da diese Elemente unverzichtbar für Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, Windkraft oder Hightech-Elektronik sind, trifft jede regulatorische Änderung unmittelbar internationale Märkte und Lieferketten.

Ausweitung der Quotenregelung als geopolitisches Signal

Die Aufnahme importierter Materialien in das chinesische Quotensystem ist als direkte Reaktion auf aktuelle geopolitische Spannungen zu werten. Schon zuvor hatte China Exportrestriktionen verschärft und Meldepflichten eingeführt. Künftig sind Unternehmen verpflichtet, neben allen Warenströmen auch Lagerbestände detailliert offenzulegen. Verstöße ziehen empfindliche Strafen bis hin zur Kürzung künftiger Quoten nach sich. So erhöht Peking die Nachverfolgbarkeit und Steuerungsmöglichkeiten und kann im Bedarfsfall gezielt gegensteuern.

Strategischer Druck auf westliche Industrien

Die Regierung betont zwar die internationale Verantwortung ihres Vorgehens, verweist auf Sicherheitsaspekte und Maßnahmen zur Nichtverbreitung strategischer Ressourcen. Dennoch wachsen durch die neuen Auflagen die Unsicherheiten insbesondere für westliche Hightech-Branchen: Produktionsketten für Batterien, Chips oder Windräder sind stark von stabilen Lieferungen abhängig, Preissprünge und Engpässe drohen. Zusätzliche Bürokratie und der Meldeaufwand belasten kleinere Unternehmen besonders.

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Folgen für Märkte und Lieferketten

Fachleute gehen davon aus, dass die Einbeziehung der Importe in das chinesische Quotensystem die ohnehin angespannte Lage an den Weltmärkten weiter verschärfen wird. Die neuen Regelungen dürften kurzfristig für mehr Volatilität bei Preisen und Verfügbarkeit sorgen. Mittel- bis langfristig erhöht sich der Druck auf andere Länder und Unternehmen, sich unabhängiger von chinesischen Lieferketten aufzustellen – sei es durch Diversifikation, Recycling oder Investitionen in neue Förderregionen.

*Hinweis: Diese Einordnung basiert auf aktuellen Expertenmeinungen und Marktanalysen. Investitionsentscheidungen sollten sorgfältig und auf Basis eigener Recherchen getroffen werden.*